der Musikschule Bernburg e.V.

1. Allgemeine Ziele und Aufgaben

Die Musikschule als öffentliche, gemeinnützige Einrichtung mit ausgeprägtem bildungs-, kultur- und sozialpolitischem Auftrag, gewährleistet einen wesentlichen Beitrag zur Erfüllung kommunaler Verantwortung in diesen Bereichen.
Sie erschließt für Interessierte aus allen sozialen Schichten und Altersgruppen der Bevölkerung, musikalische Fähigkeiten und Fertigkeiten. Insbesondere Kindern und Jugendlichen wird die Chance eröffnet musische Kreativität, Ausdrucksfähigkeit und Leistungsbereitschaft aus eigener Motivation zu entwickeln, aber auch Herausforderungen zu bewältigen.
Die Beschäftigung mit der Musik, das handwerklich orientierte Selber-Musizieren, stärkt ihr Selbstbewusstsein, die Urteilsfähigkeit, vermittelt Toleranz, Ausgeglichenheit und fördert letztlich eine ganzheitliche Humanbildung. Der Aufgabenbereich umfasst die Aneignung einer musikalischen Grundausbildung, die Herausbildung des Nachwuchses für das Liebhaber- und Laienmusizieren, die Begabtenfindung bzw. Begabtenförderung sowie die studienfördernde Ausbildung.
Der Unterricht wird je nach Fach, Ausbildungsstufe und Ausbildungsziel, als Einzel- oder Gruppenunterricht erteilt.

2. Aufbau

2.1. Schematische Darstellung

Mit dem Abschluss der Ausbildung erhält der Schüler beim Kurssystem eine Teilnahmebestätigung und bei der Strukturausbildung ein Zeugnis.
Selbstverständlich können Schüler aus dem Kurssystem mittels Leistungsnachweis jederzeit in die Strukturausbildung wechseln.

2.2. Erläuterung zum Kurssystem

Ziel:
Während der Ausbildung im Kurssystem erfolgt eine Ermittlung elementarer musikalischer Fähigkeiten und Fertigkeiten auf der Basis eines freizeitorientierten Musizierens. Der flexible Einsatz verschiedener Unterrichtsformen gewährleistet sowohl die Nutzung sozialer motivatorischer Aspekte des Gemeinschaftsunterrichtes bzw. des Ensemblemusizierens, als auch die Berücksichtigung didaktisch-methodischer Grundsätze für das Erreichen des Ausbildungszieles.

Struktur:
Die Ausbildung ist zunächst auf zwei Jahre begrenzt, kann jedoch in Absprache mit dem jeweiligen Fachlehrer und der Schulleitung verlängert werden. Bei einem entsprechenden Leistungsnachweis ist der Wechsel zur Ausbildung nach dem Strukturwerk des VdM jederzeit möglich.
Jedem Schüler stehen 180 Unterrichtsminuten pro Monat (unter Beachtung der Ferien- und Feiertagsregelungen in Sachsen-Anhalt) zur Verfügung. Die Unterrichtsform orientiert sich an den individuellen Leistungsvoraussetzungen des Schülers und wird durch den Fachlehrer festgelegt.
Während der Ausbildung unterliegt der Schüler keinem Leistungsnachweis in Form von Prüfungen. Als Abschluss erhält er eine Bestätigung über die erfolgreiche Teilnahme.

2.3. Erläuterung zur Strukturausbildung

Ziel:
Ziel dieser Ausbildung ist es, einerseits die Freude am Musizieren zu wecken und zu fördern, andererseits technisch, musikalisch, stilistisch und geistig einem Leistungsanspruch zu entsprechen.
Musizieren ohne Leistung ist ein Widerspruch in sich. Jedes noch so anspruchslose Musizieren ist mit einer mehrfach differenzierten Leistung verbunden. Angesichts täglich zu hörender perfektionierter Leistungen erhöht sich auch der Eigenanspruch an Können. Dieses Ziel kann aber nur durch eine planvolle, vielseitige Ausbildung erreicht werden.
Ein wesentliches Kennzeichen ist dabei die sorgfältige Abstimmung der praktischen und theoretischen, der allgemein musikalischen und der speziellen instrumentalen Ausbildung.
Neben dem Entdecken und Fördern individueller Kreativität sollen vor allem Schlüsselqualifikationen für das spätere Berufsleben ausgeprägt werden z.B.

 
beim
instrumentalen Üben:

 
   -   Selbstorganisation
   - Ausdauer
   - Zeitmanagement
   - persönliche Lernschritte   
   - persönliches Tempo
 
 
 
oder durch
öffentliche Auftritte:

     
  - Leistungsfähigkeit
  - Konzentrationsfähigkeit   
  - Stressbewältigung
  - Belastbarkeit
  - Präsentationsfähigkeit
 

2.4. Teilziele:

Grundstufe (Dauer ca. 2 Jahre) :
Die Grundstufe dient der Vermittlung und Entwicklung einer allgemeinen elementaren musikalischen Grundbildung. Sie soll die musikalischen Fähigkeiten des Kindes fördern, die Begabungsrichtung erkennen helfen und darüber hinaus die zum nachfolgenden instrumentalen oder vokalen Unterricht notwendigen Grundlagen zu schaffen. Sie ist auf zwei Jahre angelegt und findet als "Musikalische Früherziehung" (MFE) für 4 -6jährige statt. Bei Eignung kann der Instrumental- oder Vokalunterricht schon parallel zur MFE in der Grundstufe beginnen. Wahlweise können, ebenfalls bei entsprechender Befähigung, weitere Ergänzungsfächer in Anspruch genommen werden.

Unterstufe (Dauer 4 - 5 Jahre) :
Das Ziel der Unterstufe ist die Vermittlung der technischen Grundlagen im jeweils gewählten Hauptfach, das Beherrschen der wesentlichen Grundinhalte der Musiklehre und die sorgfältige Schulung des Gehörs. Der Hauptfachunterricht ist wöchentlich mit einer Unterrichtsstunde Musiktheorie gekoppelt.

Mittelstufe (Dauer 4 - 6 Jahre) :
Die Mittelstufe dient der Erweiterung der Technik und der Entwicklung eigener gestalterischer Fähigkeiten. Der Leistungsstand beim Abschluss der Mittelstufe ermöglicht den Übergang in die Oberstufe. Für Schüler, die sich auf eine Aufnahmeprüfung an einer Musikhochschule o.ä. vorbereiten, bietet sich zusätzlich die Möglichkeit der studienvorbereitenden Ausbildung (SVA)

Oberstufe :
Die Oberstufe, nur in besonderen Fällen erreichbar und durchführbar, ist im instrumentalen und künstlerischen Anspruch dem Musikstudium vergleichbar (abgesehen von der Fächerbreite) und den Schülern vorbehalten, die ausreichend Begabung, Reife und Interesse für die weitere musikalische Arbeit auch außerhalb des professionellen Bereiches aufbringen.

Unterrichtsform :
Jedem Schüler stehen 180 Unterrichtsminuten pro Monat zur Verfügung. Der Unterricht im Hauptfach wird ausschließlich einzeln erteilt. Die studienvorbereitende Ausbildung (SVA) kann wöchentlich 90 Unterrichtsminuten im Fach Musiktheorie / Musikgeschichte / Tonsatz und Gehörbildung umfassen.

3. Unterrichtsfächer

Die Schulleitung bzw. die Verwaltung der Musikschule gibt Auskunft, in welchen Fächern Unterricht erteilt werden kann. Die Unterrichtsmöglichkeiten richten sich nach den vorhandenen Stundenkapazitäten.

4. Schuljahr und Unterrichtszeit

Das Schuljahr sowie die Ferien- und Feiertagsregelung der Musikschule entsprechen den Regelungen der allgemeinbildenden Schulen Sachsen-Anhalts. Eine Unterrichtsstunde entspricht 45 Minuten.

5. Teilnahme am Unterricht und an Veranstaltungen

Alle Schüler der Unter-, Mittel- und Oberstufe sind verpflichtet am Ergänzungsfach Musiktheorie teilzunehmen. In der Grundstufe beginnen die Schüler mit der Musikalischen Früherziehung.

Die Schüler sind zur regelmäßigen und pünktlichen Teilnahme am Unterricht und an Veranstaltungen verpflichtet.

Unterrichtsversäumnisse minderjähriger Schüler müssen vom Erziehungsberechtigten schriftlich, mündlich oder fernmündlich entschuldigt werden

Mit dem Besuch der Grundschule erwirbt der Schüler keinen Anspruch auf den Besuch weiterer Unterrichtsstufen.

Die von der Musikschule angesetzten Veranstaltungen sind einschließlich der hierfür erforderlichen Vorbereitungen Bestandteil des Unterrichts.

Bei öffentlichen Auftritten und Meldungen der Schüler für Wettbewerbe (z.B. "Jugend musiziert") sowie bei Prüfungen (z.B. Aufnahmeprüfung an einer Musikhochschule) in den von der Musikschule erteilten Fächern ist der Fachlehrer zu unterrichten.

Die Schüler haben die Weisungen der Schulleitung und der Lehrkräfte zu befolgen.

Aus methodischen Gründen kann die Zusammensetzung der Schüler für die Unterrichtsfächer geändert werden.

6. Leistungsbewertung

Die Leistungen der Schüler in der Strukturausbildung des VdM können in Vorspielstunden oder öffentlichen Konzerten vorgestellt werden. Jedes Unterrichtsjahr wird mit einem zu bewertenden Jahresendvorspiel abgeschlossen. Zum Ende einer Ausbildungsstufe erfolgt die jeweilige Unter-, Mittel- oder Oberstufenprüfung.
Der Schüler erhält dafür ein Zeugnis. Die Ausbildung im Kurssystem ist prüfungsfrei. Der Schüler erhält hier zum Abschluss eine Teilnahmebestätigung.

Schüler mit überdurchschnittlichen Leistungen, entsprechend der VdM- Lehrpläne, können nach einem Bewertungsvorspiel vor dem Lehrergremium zusätzliche Förderstunden (siehe auch Entgeltordnung § 4) bzw. ein Stipendium erhalten.

Sind im Unterricht normale Fortschritte infolge mangelnden Fleißes oder aus anderen Gründen, wie mehrfachem unentschuldigten Fehlen, nicht zu erwarten, kann der Schüler von der weiteren Teilnahme am Unterricht ausgeschlossen werden. Dies gilt ebenso für Schüler, die grob gegen die Schulordnung verstoßen. Vor dem Ausschluss sind die Erziehungsberechtigten zu informieren.

7. Unterrichtsmittel

Unterrichtsmittel müssen vom Schüler angeschafft werden.

Soweit vorhanden, stellt die Musikschule den Schülern ein Leihinstrument zur Verfügung. Die Mietdauer für Musikschuleigene Instrumente beträgt in der Regel ein Jahr. Das Instrument muss über den Fachlehrer zurückgegeben werden, damit es auf seine Spielbarkeit überprüft werden kann. Die Höhe der Miete ist in der Entgeltordnung der Musikschule geregelt.

Wer musikschuleigene Instrumente und Geräte vorsätzlich beschädigt, ist zum Schadensersatz verpflichtet.

8. An- und Ummeldungen, Kündigungen

Anmeldungen und Kündigungen bedürfen der Schriftform und sind in der Verwaltung der Musikschule einzureichen. Auch Ummeldungen bei Änderungen der Unterrichtsform müssen schriftlich erfolgen. Die Lehrkräfte dürfen keine An- oder Ummeldungen und Kündigungen vornehmen.

Anmeldungen sind auf dem dafür vorgesehenen Formular vorzunehmen.
Bei minderjährigen Schülern ist die schriftlichen Zustimmung des gesetzlichen Vertreters erforderlich. Die Anmeldung gilt als Unterrichtsvertrag. Gleichzeitig werden damit die Schulordnung und die Entgeltordnung anerkannt.
Ein Anspruch auf Aufnahme besteht nicht. Für Kündigungen gelten die Regelungen der Entgeltordnung.

9. Unterrichtsentgelt

Das Unterrichtsentgelt ist in einer besonderen Entgeltordnung festgelegt.

10. Aufsicht

Eine Aufsicht über die Schüler übt der Lehrer nur während des Unterrichts aus. Den Schülern ist der Aufenthalt in den Unterrichtsräumen ohne Lehrkraft nicht gestattet.

11. Haftung

Für Schadensfälle, die nicht auf eine Verletzung der Aufsichtspflicht von Lehrkräften der Musikschule zurückzuführen sind, wird keine Haftung durch die Musikschule übernommen. Eine etwaige Haftung ist auf grobe Fahrlässigkeit und Vorsatz beschränkt.

12. Inkrafttreten

Diese Schulordnung tritt am 01.01.1997 in Kraft. Gleichzeitig tritt die bisherige Schulordnung vom 01.09.1994 außer Kraft.